Sternbild Luftpumpe (Antlia)

Die Luftpumpe (lateinisch Antlia) ist ein unauffälliges Sternbild am Südhimmel. Aufgrund seiner Lage südlich der Wasserschlange steigt es von Südeuropa aus gesehen nur knapp über den Horizont. Am Abendhimmel ist es dann in den Monaten Februar bis April am besten sichtbar. Doch dürfte das Licht seiner Sterne zumeist durch den Horizontdunst verschluckt werden. Erst südlich des Wendekreises des Krebses steigt das Sternbild gegen Mitternacht höher als 30° über den Horizont.

Hellster Stern ist Alpha Antliae (α Ant) mit 4,25 mag. Nur drei weitere Sterne übersteigen die 5. Helligkeitsklasse (Magnitude).

Nachbarsternbilder der Luftpumpe sind – von Norden aus im Uhrzeigersinn betrachtet – die Wasserschlange (Hydra), der Kompass (Pyxis), das Segel des Schiffes (Vela) und der Kentaur (Centaurus).

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Links zeigt eine mit Koordinaten versehene  Karte eines Himmelsausschnitts weiße Sterne auf hellblauem Hintergrund. Die Fläche, die das Sternbild Luftpumpe einnimmt, ist dunkelblau hervorgehoben. Eine Tabelle rechts gibt wichtige Daten des Sternbilds Luftpumpe an.
Die Luftpumpe (lateinisch Antlia) ist ein Sternbild des Südhimmels.

Das Sternbild Luftpumpe füllt einen unscheinbaren Bereich des südlichen Himmels. Nur vier Sterne sind heller als 5 mag. Die hellsten Sterne im Bild gehören zur Wasserschlange (oben) und dem Segel des Schiffes (unten). (Bilder: Uwe Reichert)

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Besondere Himmelsobjekte

Hinweis: Dieser Abschnitt ist in Bearbeitung.

Ursprung des Sternbilds Luftpumpe

Das von Lacaille eingeführte Sternbild Luftpumpe am Südhimmel in einem historischen Sternatlas.

Nicolas-Louis de Lacaille platzierte die von ihm eingeführten Sternbilder Luftpumpe und Kompass (rechts) zwischen die historischen Konstellationen Kentaur, Wasserschlange und Schiff Argo. (Quelle: Johann Elert Bode: Vorstellung der Gestirne auf XXXIV Tafeln, 1782)

Die Luftpumpe ist eines von mehreren Kuriosa unter den 88 Sternbildern am irdischen Himmel. Sie geht auf den französischen Astronomen, Geodäten und Mathematiker Nicolas-Louis de Lacaille (1713 – 1762) zurück.

Lacaille hatte nach Beobachtungen des Südhimmels, die er in den Jahren 1751 bis 1753 von Kapstadt in Südafrika aus durchführte, einen Katalog mit etwa 10 000 Sternen und einen Sternatlas herausgegeben. Da für den südlichen Himmel keine Sternbilder aus der Antike überliefert waren, führte Lacaille selbst 14 neue Sternbilder ein, denen er meist die Namen technischer Geräte zuordnete. Allen diesen Konstellationen ist gemein, dass sie aus relativ lichtschwachen Sternen bestehen und recht unauffällig sind.

Die Luftpumpe: eine bahnbrechende Erfindung des 17. Jahrhunderts

Als Vorbilder für seine neuen Konstellationen wählte Lacaille – ganz Kind des Zeitalters der Aufklärung – die seiner Meinung nach wichtigsten Werkzeuge und Messgeräte aus Technik, Wissenschaft und Kunst (im Original: „les figures des principeaux instrumens des arts“). Eine dieser technischen Errungenschaften war die Luftpumpe, deren Erfindung durch Otto von Guericke (1602 – 1686) es ermöglichte, die Wirkung des Luftdrucks zu erkennen und die Physik der Gase zu entwickeln.

Die von Lacaille angefertigte Illustration des Sternbilds Luftpumpe gleicht der „pneumatischen Maschine“, die der irische Naturforscher Robert Boyle (1627 – 1692) als Weiterentwicklung der von Guericke erfundenden Kolbenluftpumpe gebaut hatte. Lacaille platzierte das Sternbild an einer unscheinbaren Stelle des Himmels zwischen den Konstellationen Wasserschlange, Kentaur, dem ebenfalls von ihm eingeführten Sternbild Kompass (Pyxis) und dem damals noch vollständigen Schiff Argo. Letzteres zerlegte Lacaille später in die Sternbilder Kiel des Schiffes (Carina), Achterschiff (Puppis) und Segel des Schiffes (Vela).

Unter der lateinischen Kurzbezeichnung Antlia (eigentlich: antlia pneumatica) nahm die Internationale Astronomische Union (IAU) die Luftpumpe in die Liste der 88 offiziellen Sternbilder auf.