
Allgemeines



Das unauffällige Sternbild Teleskop liegt südlich des Schützen und der Südlichen Krone abseits der Milchstraße. Der hellste Stern, Alpha Telescopii (3,46 mag), befindet sich in Verlängerung des südlichen Bogens, den die Sterne der Südlichen Krone bilden. (Bilder: Uwe Reichert)
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Besondere Himmelsobjekte
Sternhaufen
Der Kugelsternhaufen NGC 6584
Der Kugelsternhaufen NGC 6584 befindet sich im Westen des Sternbilds Teleskop, nahe der Grenze zum Sternbild Altar (Ara) und 2,8° südöstlich des 3,7 mag hellen Sterns Theta Arae (θ Ara). Mit einer scheinbaren Helligkeit von 8,3 mag ist der Kugelsternhaufen bereits mit einem Fernglas zu sehen. Mit den jeweils 7 mag hellen Sternen HD 167674 und HD 167385, die 15 Bogenminuten nordnordöstlich bzw. 13 Bogenminuten nordwestlich von ihm liegen, bildet er ein etwa gleichschenkliges Dreieck. Die nicht-stellare Natur des Objekts ist aber erst mit einem Teleskop deutlich zu erkennen, denn der helle Zentralbereich hat nur einen Winkeldurchmesser von zwei Bogenminuten. Von unserer Sonne ist NGC 6584 rund 44 000 Lichtjahre entfernt, vom galaktischen Zentrum 22 000 Lichtjahre. Im Halo unserer Galaxis befindlich, umrundet der Kugelsternhaufen deren Zentrum alle 230 Millionen Jahre. Sein Abstand vom galaktischen Zentrum schwankt dabei zwischen 6500 und 65 000 Lichtjahren. Für sein Alter wird in der Fachliteratur ein Wert von 11,6 Milliarden Jahren genannt, mit einer Unsicherheit von 1,7 Milliarden Jahren. Auch NGC 6584 ist ein Beispiel für einen Kugelsternhaufen, in dem mittlerweile zwei verschiedene Sternpopulationen bekannt sind: eine erste Generation, die kaum Natrium enthält, und eine zweite Generation, in deren Gas sich bereits Natrium angereichert hat.
Aufsuchkarte für NGC 6584. Der Kugelsternhaufen liegt im Randbereich der Milchstraße, östlich vom Schwanz des Skorpions. (Großes Foto und Montage: Uwe Reichert; kleines Foto: Digitized Sky Survey, NASA, STScI)

Der Zentralbereich des Kugelsternhaufens NGC 6584 in einer Aufnahme des Hubble-Weltraumteleskops. (Bild: NASA, STScI, HST)
Eine interaktive Aufnahme von NGC 6584 bietet der Aladin Sky Atlas der Universität Straßburg. Als Beispiele von Amateuraufnahmen seien die Fotos von Donald S. Lynn und Sophie Planchard genannt.
Quellen:
- Erin M. O’Malley, Christina Gilligan und Brian Chaboyer: Absolute Ages and Distances of 22 GCs Using Monte Carlo Main-sequence Fitting: In: The Astrophysical Journal, 838:162 (2017). DOI: 10.3847/1538-4357/aa6574
- Erin M. O’Malley, Brian Chaboyer und A.Y. Kniazev: High-Resolution Spectroscopic Abundances of Red Giant Branch Stars in NGC 6584 and NGC 7099. In: The Astrophysical Journal, 856:130 (2018) und 871:131 (2019). DOI: 10.3847/1538-4357/aab554 und 10.3847/1538-4357/aafafc
- Holger Baumgardt et al.: Fundamental parameters of Galactic globular clusters (as of May 2021).
Ursprung des Sternbilds Teleskop

Das von Nicolas-Louis de Lacaille eingeführte Sternbild Teleskop umfasste auch einige Sterne, die heute den Sternbildern Schütze und Skorpion zugerechnet werden. (Quelle: Johann Elert Bode: Vorstellung der Gestirne auf XXXIV Tafeln, 1782)