Sternbild Dreieck (Triangulum)

Das Sternbild Dreieck ist ein kleines Sternbild, in dem drei moderat helle Sterne - wenig überraschend - ein Dreieck bilden.

Das Sternbild Dreieck zwischen Andromeda im Norden und dem Widder im Süden wird durch drei Sterne der 3. und 4. Helligkeitsklasse markiert, die ein spitzwinkliges Dreieck bilden. (Bilder: Uwe Reichert)

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Das Dreieck (lateinisch Triangulum) ist ein kleines, recht unauffälliges Sternbild des Nordhimmels. Es liegt nördlich der beiden Tierkreissternbilder Fische und Widder und wird im Osten vom Perseus und im Norden von der Andromeda begrenzt. Die günstigste Sichtbarkeit am Abendhimmel ist auf der Nordhalbkugel der Erde in den Monaten September bis Januar, auf der Südhalbkugel im November und Dezember.

Drei Sterne bilden immer ein Dreieck, und so verwundert es nicht, dass es auch ein Sternbild dieses Namens gibt (eine ähnliche Konstellation am Südhimmel heißt Triangulum Australe, Südliches Dreieck). Der hellste Stern ist Beta Trianguli (β Tri) mit 3,0 mag; er bildet mit den lichtschwächeren Sternen Alpha und Gamma Trianguli (α Tri, 3,4 mag; γ Tri, 4,0 mag) ein spitzwinkliges Dreieck, das südöstlich der langen Sternreihe der Andromeda liegt und sich leicht auffinden lässt.

Bekanntestes Objekt in diesem kleinen Sternbild ist die Spiralgalaxie Messier 33 (M 33 oder NGC 598), auch Dreiecks- oder Triangulum-Galaxie genannt. Mit einer Entfernung von 2,3 Millionen Lichtjahren ist sie nach der Andromedagalaxie Messier 31 das uns zweitnächste große spiralförmige Sternsystem.

Links zeigt eine mit Koordinaten versehene  Karte eines Himmelsausschnitts weiße Sterne auf hellblauem Hintergrund. Die Fläche, die das Sternbild Dreieck einnimmt, ist dunkelblau hervorgehoben. Eine Tabelle rechts gibt wichtige Daten des Sternbilds Dreieck an.

Besondere Objekte

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Ursprung des Sternbilds Dreieck

Zwischen den Sternbildern Andromeda, Perseus, Widder und Fische konstruierten Astronomen des 17. Jahrhunderts ein großes und ein kleines Dreieck sowie ein Sternbild Fliege (lat. Musca).

Zwischen den Sternbildern Andromeda, Perseus, Widder und Fische konstruierten Astronomen des 17. Jahrhunderts ein großes und ein kleines Dreieck sowie ein Sternbild Fliege. (Aus: Johannes Hevelius, Sternenatlas, russische Ausgabe, Taschkent 1978. Repro: Uwe Reichert)

Das Sternbild Dreieck mag uns heutigen Astronomen als recht unauffällig erscheinen. Doch vor drei- oder viertausend Jahren kam ihm im mesopotamischen Jahreskalender eine wichtige Bedeutung zu. Es war dort das erste Sternbild des Jahres, mulAPIN, Pflug, genannt. Zum Sternbild Pflug gehörte nach heutiger Interpretation neben den drei hellsten Sternen des Dreiecks noch der Stern Gamma Andromedae. Aus diesem Sternbild leitet sich auch der Name MUL.APIN ab, den die Wissenschaft für eine Zusammenstellung von Sternlisten benutzt, die auf Keilschrift-Tontafeln aus babylonischer Zeit überliefert wurde.

Der alexandrinische Astronom Ptolemäus führt in seinem Katalog das Sternbild als Dreieck auf, wobei er insgesamt vier Sterne benennt: Neben den drei Ecksternen (Alpha, Beta und Gamma Trianguli) noch den Stern der Helligkeit 4,6, den wir in der Bayer-Notation als Delta Trianguli (δ Tri) kennen.

Im 17. Jahrhundert fühlten sich manche Astronomen dazu berufen, in diesem Himmelsareal weitere Sternbilder einzuführen. Aus drei Sternen der 5. Helligkeitsklasse im Sternbild Dreieck konstruierte Johannes Hevelius 1687 die Konstellation “Triangulum Minus”, die er zum großen Dreieck „Triangulum Majus“ gesellte und in seinem posthum erschienenen Sternatlas abbildete. Diese Neukreation wurde jedoch von anderen Astronomen nicht anerkannt.

In unmittelbarer Nachbarschaft wählte der niederländische Globenhersteller Petrus Plancius im Jahr 1613 einige Sterne im nördlichen Bereich des Widders aus und formte aus ihnen das Sternbild “Apis” (“Biene”). Über die Umdeutung “Vespa” (“Wespe”) wurde es schließlich zur “Fliege” – was allerdings zur Verwirrung führte, weil es am Südhimmel ebenfalls ein Sternbild Fliege (Musca) gab. Hevelius bildetet dieses Sternbild im gleichen Kartenblatt ab wie das von ihm erfundene kleine Dreieck.

Quellen:

  • John H. Rogers: Origins of the ancient constellations: I. The Mesopotamian traditions. Journal of the British Astronomical Association 108, S. 1 (1998)
  • Eckhard Slawik und Uwe Reichert: Atlas der Sternbilder. Heidelberg, Berlin 1998